30.05.2026
Fachkraft für Arbeitssicherheit Aufgaben: Was Unternehmen wirklich benötigen
Die Aufgaben einer Fachkraft für Arbeitssicherheit sind gesetzlich definiert, in der Praxis aber weit vielschichtiger als viele Arbeitgeber vermuten. Eine Sicherheitsfachkraft, kurz SiFa, ist kein Kontrolleur und kein Papierstapel-Produzent. Sie ist ein strategischer Partner des Unternehmens, der dazu beiträgt, Arbeitsunfälle zu verhindern, Haftungsrisiken zu minimieren und einen Betrieb langfristig auf soliden Beinen zu stellen. Das Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) verpflichtet jeden Arbeitgeber zur Bestellung einer Fachkraft für Arbeitssicherheit. Wer diese Pflicht ignoriert, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern trägt im Schadensfall eine deutlich höhere persönliche Mitverantwortung.
Dieser Beitrag gibt einen vollständigen Überblick über die Aufgaben einer Fachkraft für Arbeitssicherheit, erklärt die rechtliche Grundlage und zeigt, wie KL SafeLab diese Aufgaben für Unternehmen in Mitteldeutschland professionell und praxisnah übernimmt. Denn wer die Aufgaben einer SiFa kennt, versteht auch, warum sie kein bürokratischer Luxus ist, sondern ein unverzichtbares Fundament für jeden verantwortungsvollen Betrieb.
Von: Karsten Linne
Rechtliche Grundlage: Was das Arbeitssicherheitsgesetz vorschreibt
Das Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) von 1973 ist die zentrale Rechtsgrundlage für die Bestellung einer Fachkraft für Arbeitssicherheit. Es verpflichtet Arbeitgeber in Paragraph 5, eine oder mehrere Fachkräfte für Arbeitssicherheit schriftlich zu bestellen. Diese Pflicht gilt für Unternehmen jeder Branche und nahezu jeder Größe. Der konkrete Betreuungsumfang in Stunden je Beschäftigtem richtet sich nach der DGUV Vorschrift 2 und wird je nach Branche und Gefährdungspotenzial durch die zuständige Berufsgenossenschaft festgelegt.
Die SiFa hat laut ASiG eine klare Beratungs- und Unterstützungsfunktion. Sie ist keine Weisungsgeberin, sondern ein Fachexperte, die den Arbeitgeber in allen Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes berät. Gleichzeitig ist sie gegenüber dem Arbeitgeber weisungsunabhängig in ihrer fachlichen Einschätzung. Das bedeutet: Sie muss Missstände benennen können, auch wenn das unbequem ist, ohne dabei ihren Auftrag zu riskieren. Genau das macht eine erfahrene externe Sicherheitsfachkraft wie KL SafeLab besonders wertvoll.
Gefährdungsbeurteilung: Die Kernaufgabe der Sicherheitsfachkraft
Die wichtigste Aufgabe einer Fachkraft für Arbeitssicherheit ist die Unterstützung bei der Erstellung, Pflege und Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung. Dieses Dokument ist laut Paragraph 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) für jeden Betrieb Pflicht und bildet die Grundlage des gesamten betrieblichen Arbeitsschutzes. Es erfasst systematisch alle Gefährdungen an den Arbeitsplätzen, bewertet sie und leitet daraus konkrete Schutzmaßnahmen ab.
In der Praxis bedeutet das: Die SiFa begeht alle Arbeitsbereiche, spricht mit Beschäftigten und Führungskräften, analysiert Arbeitsabläufe und bewertet Risiken nach anerkannten Methoden. Das Ergebnis ist eine maßgeschneiderte Dokumentation, die den gesetzlichen Anforderungen genügt und bei Begehungen durch die Berufsgenossenschaft standhält. KL SafeLab übernimmt diesen gesamten Prozess, von der ersten Begehung über die Dokumentation bis zur regelmäßigen Aktualisierung.
Dabei wird nicht nur das Offensichtliche betrachtet. Zu den Aufgaben der Fachkraft für Arbeitssicherheit gehört auch die Einbeziehung psychischer Belastungen, die seit der ArbSchG-Novelle von 2013 ausdrücklich Bestandteil der Gefährdungsbeurteilung sein müssen. Schichtarbeit, Zeitdruck, Lärm oder Konflikte im Team können genauso relevant sein wie physische Gefährdungen. Viele Betriebe vernachlässigen diesen Aspekt noch immer, was bei BG-Kontrollen zunehmend auffällt.
Betriebliche Begehungen und Unterstützung bei Maßnahmen
Regelmäßige Betriebsbegehungen gehören zu den zentralen Aufgaben der Fachkraft für Arbeitssicherheit. Bei diesen Begehungen werden Arbeitsstätten, Arbeitsmittel, Schutzausrüstungen und Arbeitsabläufe systematisch geprüft. Das Ziel ist nicht die Kontrolle der Beschäftigten, sondern die Erkennung von Gefährdungspotenzialen, bevor sie zu Unfällen oder Erkrankungen führen.
Die Ergebnisse der Begehungen fließen direkt in die Gefährdungsbeurteilung und in konkrete Maßnahmenpläne ein. KL SafeLab dokumentiert die Feststellungen prüfungskonform, bespricht sie mit der Geschäftsführung und begleitet die Umsetzung der empfohlenen Korrekturen. Dabei wird Wert darauf gelegt, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen betriebswirtschaftlich verhältnismäßig sind und sich in den betrieblichen Alltag integrieren lassen, ohne zu stören.
Ein oft unterschätzter Aspekt bei Begehungen ist die Wirksamkeitskontrolle bereits umgesetzter Maßnahmen. Es genügt nicht, Verbesserungen einmalig einzuführen und dann nicht mehr zu hinterfragen. KL SafeLab prüft bei jeder Begehung auch, ob frühere Maßnahmen tatsächlich greifen, ob sie von den Beschäftigten angenommen wurden und ob sich durch veränderte Arbeitsabläufe neue Gefährdungen ergeben haben. Dieses kontinuierliche System ist der Kern eines wirklich funktionierenden Arbeitsschutzes.
Unterweisungen, Schulungen und Qualifikation im Betrieb
Eine weitere Kernaufgabe der Fachkraft für Arbeitssicherheit ist die Unterstützung bei der Planung, Durchführung und Dokumentation von Unterweisungen. Das Arbeitsschutzgesetz schreibt vor, dass Beschäftigte regelmäßig und arbeitsplatzbezogen unterwiesen werden müssen. Diese Unterweisungen sind kein bürokratischer Selbstzweck, sondern ein wirkungsvolles Instrument zur Unfallverhütung, wenn sie richtig gemacht werden.
KL SafeLab begleitet Unterweisungen praxisnah und zielgruppengerecht. Das bedeutet, dass der Inhalt auf die konkreten Tätigkeiten der Beschäftigten abgestimmt wird, nicht auf einen generischen Standard aus einer Vorlage. Themen wie Brandschutz, Gefahrstoffhandling, Ergonomie oder Umgang mit Arbeitsmitteln werden so aufbereitet, dass sie für die Beteiligten nachvollziehbar und im Arbeitsalltag anwendbar sind. Die vollständige Dokumentation der Unterweisungen gehört dabei selbstverständlich dazu.
Brandschutz, Gefahrstoffe und weitere Fachbereiche
Der Aufgabenbereich einer Fachkraft für Arbeitssicherheit erstreckt sich auch auf spezialisierte Themen wie den betrieblichen Brandschutz und das Gefahrstoffmanagement. Im Bereich Brandschutz gehört dazu die Mitwirkung bei der Erstellung der Brandschutzordnung, die Beurteilung der Fluchtwege und Notausgänge sowie die Unterstützung bei der Ausbildung von Brandschutzhelfern. Die gesetzliche Pflicht zur Bestellung ausreichend vieler Brandschutzhelfer und zu deren regelmäßiger Unterweisung gilt für alle Betriebe.
Im Bereich Gefahrstoffe stellt die SiFa sicher, dass ein vollständiges und aktuelles Gefahrstoffverzeichnis vorliegt, Betriebsanweisungen vorhanden und verständlich formuliert sind und die Beschäftigten im Umgang mit gefährlichen Stoffen nachweislich unterwiesen wurden. Gerade in Branchen wie der Metallverarbeitung, dem Reinigungsgewerbe oder der Lebensmittelproduktion ist dieser Bereich besonders relevant und wird von Berufsgenossenschaften gezielt geprüft. KL SafeLab deckt alle diese Bereiche ab und sorgt für eine lückenlose, rechtskonforme Struktur.
Mitwirkung im Arbeitsschutzausschuss und Kooperation mit dem Betriebsarzt
In Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten ist nach ASiG die Einrichtung eines Arbeitsschutzausschusses (ASA) Pflicht. Dieser Ausschuss tagt mindestens vierteljährlich und bringt Arbeitgeber, Betriebsrat, Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsarzt an einen Tisch. Die SiFa hat dabei eine aktive Rolle: Sie bereitet Themen vor, bringt Ergebnisse aus Begehungen ein und unterstützt die Dokumentation des Ausschusses.
KL SafeLab übernimmt diese Aufgabe vollständig und sorgt dafür, dass ASA-Sitzungen inhaltlich substanziell sind und nicht zu reinen Pflichtveranstaltungen verkommen. Gleichzeitig koordiniert KL SafeLab bei Bedarf die Zusammenarbeit mit dem Betriebsarzt, um eine ganzheitliche Betreuung sicherzustellen, die sowohl sicherheitstechnische als auch arbeitsmedizinische Aspekte abdeckt.
Über den Autor:
Karsten Linne
Über 20 Jahre Führungserfahrung und fundierte Expertise in Arbeitssicherheit, Brandschutz und Gefahrstoffmanagement.
KL SafeLab ist zertifizierter Lernbegleiter für die neue Fachkraftausbildung nach DGUV Konzept. Bildungsträger profitieren von fundierter Erfahrung in der Begleitung und Umsetzung der neuen Lernarchitektur.